Einleitung zur Diplomarbeit Grundeinkommen
„Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben“. Dieses Sprichwort wird oft im Zusammenhang mit Entwicklungshilfe gebraucht. Was aber passiert, wenn man dem Mann, der bereits fischen kann, wieder Fische gibt? Gerade so viele, dass er nicht mehr hungrig ist? Wird er trotzdem weiter fischen? Wo sollen die Fische für den Mann herkommen?
Dieses, also die Auswirkungen auf die Arbeitsmoral und die Finanzierung sind die Kernfragen in der aktuellen Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen. Die aktuelle Debatte befasst sich hauptsächlich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen als Antwort auf das Problem der Arbeitslosigkeit und als Ersatz für unser Sozialversicherungssystem. Es wird argumentiert, dass es unter anderem infolge des technischen Fortschritts nicht genügend Arbeitsplätze für alle gibt und Vollbeschäftigung somit ein Mythos ist. Als Lösung wird die Entkopplung von Arbeit und Einkommen in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens vorgeschlagen. Für einige Befürworter ist das Grundeinkommen der nächste evolutionäre Schritt in unserer gesellschaftlichen Entwicklung. Durch die Entkopplung von Arbeit und Einkommen soll die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer verbessert werden und dadurch ein „echter“ Arbeitsmarkt entstehen.
In der vorliegenden Arbeit werden vorhandene Konzepte und Modelle, die versuchen Lösungsansätze zu präsentieren, ebenso wie deren kritische Betrachtung dargestellt. Es werden teilweise erfolgte Umsetzungen eines Grundeinkommens vorgestellt und so weit wie möglich gezeigt, welche Schlussfolgerungen diese auf die vorgestellten Konzepte zulassen.
Zum besseren Verständnis wird hierfür im folgenden Kapitel zuerst das bedingungslose Grundeinkommen definiert. In Kapitel drei werden vier verschiedene Konzepte zur Realisierung eines Grundeinkommens vorgestellt. Hierbei wird zwischen Grundidee, Leistungsumfang und Finanzierung unterschieden. Im darauf folgenden Abschnitt wird auf die Probleme, die bei den vorgestellten Konzepten erwartet werden, näher eingegangen. In Kapitel fünf werden Beispiele von Länder oder Regionen herangezogen, die ein Grundeinkommen im weitesten Sinne bereits realisiert haben. Die Beobachtungen aus diesen Beispielen werden dann im letzten Kapitel mit den erwarteten Effekten aus Kapitel drei und vier verglichen und Schlussfolgerungen aus dem vorher gemachten Vergleich gezogen.
Kommentare
5 comments postedGrundeinkommen ist der letzte Dreck! Es ist unwirtschaftlich und bringt Bürger nur dazu Nichts zu tun oder Selbstmord zu begehen. Der soziale Aspekt der sozialen Marktwirtschaft würde mitsamt der Demokratie vor die Hunde gehen! So! Das ist meine Meinung...
Erstmal, danke für deinen Kommentar. Du sprichst hier sicherlich den wunden Punkt an. Das Verhalten der Leute ist aber natürlich davon abhängig, wie hoch das Bedingungslose Grundeinkommen ist.
Bei einer höhe von 50 Euro, würde da sicherlich nichts passieren.
Bei einer höhe von 1000 Euro ist es unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten unklar.
Meine Meinung: Das Bedingungslose Grundeinkommen stellt einen extremen Systemwechsel dar, dessen Folgen niemand vorhersehen kann. Daher sollte das Grundeinkommen falls es jemals eingeführt wird, schrittweise und über Jahrzehnte hinweg eingeführt werden, so dass man die Folgen beobachten kann und evtl. nachsteuern kann. Solch ein Programm über Jahrzehnte zu planen ist in unserer politischen Landschaft aber extrem schwierig. (hüstunmöglichhüst). Wobei es auch schon einen unterschied macht, ob das Bedingungslose Grundeinkommen jährlich oder monatlich gezahlt wird. Das ist meine Meinung.....
die arbeit hat mir immer noch gute ideen geliefert, obwohl sie etwas älter ist
wenn man einen verständlichen Überblick über das Grundeinkommen braucht ist die nicht schlecht
tolle Arbeit, hat mir den Einstieg in das Thema Grundeinkommen erleichtert, besonders das Literaturverzeichnis.